„Da schau´ her!“ Ein Kirchenvorsteher zeigt sein Lieblingsbild

Altar„Wie viele Engel waren es noch einmal? Vier oder fünf?“ Der Kanzelaltar der Matthäuskirche begleitet Bernhard Horlamus, den ehrenamtlichen 1. Vorsitzenden des KV Uttenreuth, seit vielen Jahren.

Die Uttenreuther Kirchengemeinde feierte am 21. September das 250 jähriges Jubiläum ihrer Matthäuskirche. Diese wurde im Jahr 1766 als typische protestantische barocke Predigtkirche im sogenannten Markgrafenstil gebaut. Den Innenraum beherrscht in der Mittelachse ein bis zur Decke (Höhe 8,50 m) reichender Kanzelaltar.
Diese Kirche steht schon immer im Mittelpunkt meines Lebens. In ihr wurde ich schon getauft, konfirmiert und mit meiner Frau getraut. Auch unsere Kinder wurden in ihr getauft, konfirmiert. Als ich als Kind Sonntag für Sonntag in den Kindergottesdienst ging, war der Kanzelaltar für mich so etwas von groß und mächtig. Oben auf dem Kanzeldeckel steht eine Jesusfigur, die allen, die zu ihr aufschauen Segen spendet. Umrahmt wird dieser segnende Jesus von vier Engeln. Ein weiterer Engel steht direkt auf einer Wolke vor der Kanzel.
Als einmal ein Pfarrer über Engel predigte und auf nur „vier Engel“ auf dem Altar hinwies, kam eine Stimme aus der Gottesdienstgemeinde: „Da ist aber ein Engel jetzt sehr beleidigt.“ Wenn ich unseren Kanzelaltar betrachte, kommt mir diese Predigt immer wieder in Erinnerung und ich muss ein wenig darüber schmunzeln. Aber sie macht mich auch immer wieder nachdenklich. Vergessen wir nicht zu schnell die schützende Hand unseres Gottes und den Schutzengel, der uns ständig begleitet. Ich habe mich von meinem Schutzengel immer umgeben gefühlt. Als Kind wurde mit uns zur Nacht gebetet: „Breit aus die Flügel beide, oh Jesu meine Freude und nimm dein Küchlein (= Kindlein) ein. Will Satan mich verschlingen, so lass die Englein singen, dies Kind soll unverletzet sein.“ Dieser Jesus, umgeben von Engeln zeigt sich in seiner Herrlichkeit auf dem Uttenreuther Kanzelaltar. Jesus hält seine Hand segnend und schützend über mich und wenn ich einmal stütze, falle ich in seine Hand. Dies habe ich erst jetzt im vergangenen Jahr ganz neu und sehr bewusst bei einer lebensbedrohenden Krankheit erfahren dürfen.
Der Kanzelaltar stellt auch die Bedeutung des Wortes Gottes in den Mittelpunkt. Darum ist auch die Kanzel für die Wortverkündigung direkt über dem Altartisch genau in der Mitte des gesamten Kanzelaltars. Sie wird auch noch von einem Engel geschützt und bewacht. Dass das Wort Gottes auch mich leiten und führen wird, wurde mir an diesem Kanzelaltar bei meiner Konfirmation mit dem Psalmwort mit auf den Weg gegeben: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“
So macht mir der Uttenreuther Kanzelaltar mit seinen wenigen Bildern immer wieder aufs Neue deutlich, ich bin ein beschütztes und gesegnetes Kind unseres Gottes. Er leitet mich auf meinem Lebensweg mit seinem Wort und er lässt mich nicht ins Finstere laufen.
Bernhard Horlamus, 1. Vorsitzender KV Uttenreuth